Lebendnierenspendenprogramm am Transplantationszentrum Basel
Ulrike Müller

Die Lebendnierenspende nimmt durch die ständig wachsende Warteliste und den Mangel an Organen immer mehr an Bedeutung zu. Seit vielen Jahren hat die Lebendnierenspende in Basel einen festen Stellenwert. Auch in den anderen Transplantationszentren der Schweiz stellt man eine Zunahme der Lebendnierenspende fest. Die Vorteile der Lebendnierenspende liegen u.a. in der rechtzeitigen Planung, oft kann die Transplantation preemptiv erfolgen.

Die Gesundheitsgesetzgebung unterliegt in der Schweiz den Kantonen. Ein gesamtschweizerisches Transplantationsgesetz, welches auch die Grundlagen und Bedingungen zur Lebendnierenspende regeln wird ist in Vorbereitung.

Grundsätzlich könnte jede lebende Person ein Organ spenden, man unterscheidet generell zwischen der blutsverwandten und nicht blutsverwandten Spende. Angestrebt ist eine tragfähige emotionale Beziehung zwischen Spender und Empfänger. Bedingung für die Nierenspende ist die Zustimmung sowie die völlige Freiwilligkeit des Spenders. Darüber hinaus darf die Lebendnierenspende nicht mit der Erwartung auf irgendeinen Vorteil verbunden sein.

Die Motivation zur Lebendspende muss nachvollziehbar sein.Nach der Zuweisung durch das Dialysezentrum an unser Transplantations-
zentrum werden die medizinischen und immunologischen Voraus-
setzungen, und auch die Motivation zur Lebendspende abgeklärt.

  • Blutentnahme zur Typisierung und Crossmatch
  • Gespräch mit OA Nephrologie
  • Gespräch mit Psychosomatik

Anschließend erfolgt eine Zirkulation der Akten und alle involvierten Abteilungen, wie Nephrologie, Chirurgie, Urologie und Psychosomatik, können für sie auffallende medizinische und psychosomatische Probleme festhalten. Diese werden in einer gemeinsamen Besprechung diskutiert und eventuell weitere Abklärungen anschließend durchgeführt. Erst wenn für alle Abteilungen keine Probleme mehr bestehen wird die Transplantation geplant.

In Basel wurde im Jahr 1993 ein gesamtschweizerisches Lebendspenderegister gegründet. In diesem werden von allen Lebendspendern in der Schweiz über einen angestrebten Zeitraum von 25 Jahren Daten gesammelt. Dies betrifft die Daten vor und nach der Lebendspende. Dadurch ist eine systematische langjährige Nachkontrolle möglich und es werden perioperative sowie Spätkomplikationen erfasst.

Gleichzeitig werden auch eventuell auftretende psychosomatische Probleme erkannt und auch auf diesem Gebiet kann eine Nachbetreuung angeboten werden. Solange ein Mangel an Leichenorganen besteht, wird die Lebendspende auch in Zukunft eine große Bedeutung haben.

Autorin/ Referentin
Ulrike Müller
Transplantationskoordinatorin
Kantonsspital
CH - 4031 Basel
Tel. +41 61/ 265 7210
Fax: +41 61/ 265 72 11

E-Mail: ulmueller@uhbs.ch

  02.10.2003