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Integration von Theorie und Praxis in der Transplan-
tationspflege am Beispiel des Interaktionsmodells von Hildegard Peplau
Karin Eveslage
Nach welchem Pflegemodell arbeiten Sie?
Diese Frage wird häufig gestellt, wenn Praktikanten und Hospitanten sich einen Überblick vom Pflegeverständnis und von der Pflegeorganisation unseres Hauses verschaffen wollen. Meist wird die Benennung eines konkreten Modells, wie z. B. nach Orem oder Roper erwartet. Selten existieren Vorstellungen darüber, wie die Einbindung von pflegetheoretischen Grundsätzen in den Pflegealltag funktionieren kann. Welche vielfältigen Möglichkeiten sich im Umgang mit Pflegetheorien bieten, ist oft unklar. Ein von der Pflegedienstleitung vorgegebenes Modell, nach dem alle Patienten betreut werden sollen, muss in der täglichen Praxis an Grenzen stoßen. Keine Theorie bietet für sich allein einen hundertprozentigen Erklärungsansatz für das, was Pflege tun soll, und für das, was der Patient in einer bestimmten Situation benötigt. In der Literatur sind zahlreiche theoretische Ansätze beschrieben ein hilfreiches Angebot, dem sich Pflegende, insbesondere in der Betreuung von Transplantationspatienten nicht verschließen sollten.
Im Umgang mit Pflegetheorien muss den Pflegenden von seiten des Managements ausreichend Spielraum gewährt werden. Gleichzeitig müssen Fortbildungen pädagogisch auf Kompetenzentwicklung ausgerichtet sein eine Voraussetzung dafür, theoriegeleitetes Pflegewissen für die praktische Tätigkeit nutzbar zu machen.
Eine Theorie ist als ein Angebot zu verstehen, Geschehnisse und Ereignisse in einem Umfeld besser wahrnehmen zu können, und den Handlungen, die daraus resultieren, eine bestimmte Richtung zu geben.
Dies bezieht sich auf:
- Die Interaktion der Pflegenden mit den Patienten und ihren Angehörigen
- Die Interaktion der Führungskräfte auf allen Hierarchieebenen mit den Mitarbeitern
- ·Die Interaktion zwischen den verschiedenen Berufsgruppen
Transplantationspatienten befinden sich in einem lebenslangen Betreuungsprozess, in dem sie jede Veränderung und jede Anforderung mit ihren Maßstäben bewerten, und nach ihren Vorstellungen unterstützen. Professionelle Patientenberatung und Patientenschulung können Verständnis und Compliance fördern. Eine gute theoretische Basis bietet hierfür das Pflegemodell von Hildegard Peplau. Dieses Modell erklärt das interaktive Zusammenspiel zwischen Patienten und Pflegenden. Es beschreibt die verschiedenen Phasen, die chronisch kranke Menschen durchlaufen, aber auch die unterschiedlichen Rollen, die Pflegende in diesem Betreuungsprozess einnehmen. Gleichzeitig kann es als Managementkonzept für Führungspersonal genutzt werden. Kompetentes Pflegepersonal wird künftig in dem Maße das Betreuungsgeschehen mitbestimmen, wie es ihm gelingen wird fachspezifisches und praktisches Wissen mit theoriegeleitetem Pflegewissen zu verbinden.
Autorin/Referentin:
Dipl. KS Karin Eveslage
Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum Campus Charité-Mitte
Krankenpflegedirektion
Stabstelle Qualitätssicherung
Schumannstr. 20/21
10117 Berlin
E-Mail: karin.eveslage@charite.de
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