Die Vorbereitung des Bettplatzes und die postoperative Aufnahme eines herztransplantierten Patienten auf die Intensivstation
Nicole Altmann

Im Herzzentrum Bad Oeyenhausen werden seit 1989 Herztransplantationen durchgeführt. Bei der logistischen Vorbereitung arbeiten Htx-Koordinatoren, die Transplantationsstation, die Anästhesie- und die OP- Abteilung und die chirurgische Intensivstation eng zusammen.

Transplantierte Patienten werden in unserer Klinik in Einzelzimmern untergebracht. Die Vorbereitung dieses Bettplatzes und die Aufnahme eines Transplantierten unterscheiden sich von den anderen herzchirurgischen Patienten durch die Umkehrisolation.

Der Bettplatz wird von den Raumpflegerinnen scheuerwischdesinfiziert. Das Pflegepersonal reinigt die medizinischen Geräte. Die Zimmertür ist geschlossen zu halten. Der Bettplatz wird mit dem Vermerk „HTX, Händedesinfektion, Mundschutz, Haube, Kittel“ gekennzeichnet.

Nach der Desinfektion wird für die weitere Vorbereitung des Zimmers Mundschutz und Haube getragen. Ein Wagen mit Arbeitsmaterialien wird gegen einen neuen eingetauscht. Die Pflegekraft wechselt das Beatmungssystem und die Sauerstoffanfeuchtung für die Spontanatmung. Der Bettplatz wird aufgerüstet mit Medikamenten ( Immunsuppressiva, Katecholamine, Phosphodiesterasehemmer, Vorlastsenker, Insulin, Kalium), Verbände für den externen Schrittmacher und den transurethralen Blasenkatheter, freier Infusionslösung, einer Wärmedecke, Aqua dest. zum Mundspülen, einen externen Herzschrittmacher zur Vorhof – und Kammerstimulation, der ersten Blutentnahme einschließlich BGA, ACT und einem ACT – Gerät. Ein EKG- Gerät wird vor dem Zimmer bereitgestellt. Für die Pflegekraft ist es sehr wichtig, in der näheren Umgebung des Zimmers einen Springer zu organisieren, um ein unnötiges Verlassen des Zimmers zu vermeiden.

Ungefähr eine halbe Stunde vor Beendigung der Transplantation wird der Patient telefonisch durch den Anästhesisten angekündigt, und man erhält erste Informationen über Vorerkrankungen, intravasale Zugänge, Medikamente und Besonderheiten.

Postoperativ nach der Umlagerung des Patienten vom OP-Tisch in das Bett erfolgt der Transport des Patienten durch den Chirurgen und den Anästhesisten. Kontinuierliche medikamentöse Therapie und Monitoring sind während des Transportes obligat. Eine Pflegekraft und ein Arzt der Intensivstation erwarten den Patienten entsprechend gekleidet mit Mundschutz, Haube und Kittel im Zimmer und versorgen diesen weiter. Sie erhalten eine detaillierte Übergabe über den Patienten. Der Anästhesist schließt den Patienten an das Beatmungsgerät an. Der Arzt der Intensivstation schließt das EKG des Intensivmonitors an, überprüft den Eigenrhythmus des Transplantats (Pacer) und auskultiert die Lunge. Die Pflegekraft schließt den arteriellen und zentralvenösen (evtl. gemischtvenösen) Druckabnehmer an den Monitor an. Die ersten Vitalzeichen werden in der Patientendokumentation vermerkt. Danach werden die Medikamente angeschlossen. Nach der Prüfung der Hämodynamatik wird dem Patienten für Blutbild, Gerinnung, BGA und ACT Blut abgenommen. Derweil konnektiert der Chirurg die Thoraxdrainage mit einem entsprechenden Ablaufsystem. Die Pflegekraft schreibt anschließend das Aufnahme- EKG während der Springer sich um die Blutentnahmen kümmert und eine Röntgenthoraxaufnahme bestellt. Für die Pflegekraft gilt beim intubierten herztransplantierten Patienten Anwesenheitspflicht. In den Jahren hat sich der Ablauf der Aufnahme eines herztransplantierten Patienten gewandelt, indem sich die Maßnahmen der Umkehrisolation relativierten:

Vor Ankunft des Patienten wurde ein normal vorbereitetes Bett aus der Bettenzentrale abgeholt und mit einem großen sterilen Tuch abgedeckt. Der Patient wurde auf dem OP-Tisch auf die Station gefahren und erst im Zimmer umgelagert. Er wurde grundsätzlich erst mit einem sterilen Laken und dann mit einer Bettdecke zugedeckt. Das ärztliche Personal und die Pflegekraft mussten beim Betreten des Zimmers noch zusätzlich sterile Handschuhe tragen. Für die betreuende Pflegekraft galt die Anwesenheitspflicht im Zimmer auch nach der Extubation.

Fazit:
Für einen reibungslosen Ablauf ist eine interdisziplinäre Kommunikation und Kooperation von fundamentaler Bedeutung. Eine kollegiale Zusammenarbeit unter den Pflegekräften auf der Intensivstation ist aufgrund des höheren Zeitaufwands für die Vorbereitung des Zimmers gefordert. Zudem sind die Vorgaben der Umkehrisolation maßgeblich.

Autorin/ Referentin:
Nicole Altmann
Krankenschwester
Kardiochirurgischen Intensivstation
Herz –und Diabeteszentrum Bad Oeyenhausen

Georgstr. 11
32545 Bad Oeyenhausen
Tel.: 05731/ 971346

  02.10.2003