Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch ich möchte Sie recht herzlich zu dem 8. Pflegesymposium in Kiel begrüßen. Sie haben sich für den heutigen Tag ein vielschichtiges und interessantes Programm vorgenommen. Als ich mir die hier von AKTX-Pflege e.V. zusammengestellten Programmpunkte angesehen habe, war die Vielfalt und Interdisziplinarität das Erste, das mir auffiel. Sie decken damit ein weites Spektrum der in der Transplantationsmedizin und –pflege vertretenen Themen und Berufe ab. Es spiegelt sich darin die Komplexität des Arbeitsbereiches in der Transplantation, sowie auch die Bedeutung der vertrauensvollen Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen. Sie als Pflegekräfte übernehmen bei den Prozessen um die Organspende eine der wichtigsten Aufgaben. Sie sind diejenigen, die zu dem Patienten den meisten und häufig auch vertrauensvollsten Kontakt halten. Und zwar sowohl zu den Patienten, die lange Jahre auf ein Organ warten müssen, als auch in der intensivpflegerischen Betreuung eines Organspenders. Die Pflege und Betreuung des Organspenders stellt dabei eine der höchsten fachlichen, emotionalen und sozialen Anforderung an die Pflegekraft. Hier treffen zwei Bereiche zusammen, wie sie wohl unterschiedlicher nicht sein könnten: der schreckliche, meist unerwartete Tod eines Menschen, der zugleich einem anderen Menschen ein Weiterleben ermöglicht. Erschwert wird dies durch die noch immer geringe Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende. Nach Zahlen von 2002 haben sich lediglich 17 Prozent der Organspender zu Lebezeiten für eine Organspende ausgesprochen. Die Zustimmung zur Organspende liegt mit ca. 65 Prozent der Bevölkerung in Deutschland erheblich höher. Dies macht deutlich, dass weiterhin ein großer Informationsbedarf besteht, um Menschen zu motivieren, sich rechtzeitig mit dem sicherlich nicht einfachen Thema auseinander zu setzen, ob sie in ihrem Todesfall mit der Spende von Organen anderen Menschen weiterhelfen möchten oder ob sie sich persönlich gegen die Organspende entscheiden. Wenn Pflegende in der Transplantationspflege befähigt werden sollen, fachlich und menschlich gut zu reagieren, braucht es Symposien wie dieses, die den Austausch untereinander fördern und neue Impulse in die tägliche Arbeit tragen. Vielen Dank daher schon jetzt an die Referenten und Moderatoren, die uns durch diesen Tag führen und an die Organisatoren, die ihn ermöglicht haben. Ich wünsche Ihnen einen bereichernden Tag mit der Vielfalt der Vorträge und regen Diskussionen, die dieses Symposium sicher bietet.

Barbara Schulte
  21.10.2004