Die Bedeutung von Pflegediagnostik für die pflegerische Kompetenzentwicklung im DRG Zeitalter
Frau Karin Eveslage

„Es ist das Herz, das mitfühlend versteht, es ist die Hand, die lindert. Und es ist der Intellekt, der Wissen und Gelehrsamkeit in bedeutsame Fürsorge verwandelt.“

Mit diesem Zitat weist Martha Rogers den Weg in eine professionelle Pflege. Gesundheitsreform und zunehmende Ökonomisierung bestimmen die Strukturen des Klinikalltags. Personelle und finanzielle Ressourcen nehmen ab. Das Bedürfnis nach Zuwendung  und individueller Anerkennung bleibt – bei Patienten und bei Mitarbeitern.

In diesem Prozess erfüllen Pflegepersonen eine bedeutende Rolle. Sie verbringen die meiste Zeit mit den Patienten und ihren Angehörigen. Sie kennen ihre Empfindungen, ihre individuellen Probleme und nehmen zuerst Veränderungen wahr. Und -  Pflegende können diese auch diagnostizieren. Die NANDA hat dafür ein komfortables Instrument geschaffen. Zurzeit stehen über 150 Pflegediagnosen zur Verfügung. Damit können Pflegende ihre tägliche Arbeit professionell begründen, und den Zustand des Patienten und seine Bedürfnisse in einer klassifizierten Pflegesprache abbilden.

Die G-DRG Systematik wird als ein lernendes System präsentiert, in dem Pflege nur unzureichend abgebildet ist. Durch eine kompetente Pflegediagnostik erhalten Pflegende die Chance, ihre Ansprüche im Interesse einer hohen Betreuungsqualität transparent zu machen. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Erlössicherung ihres Hauses.

Auch die organisatorischen Abläufe werden im Stationsalltag hauptsächlich vom Pflegepersonal gesteuert. Dabei  haben  zwischenmenschliche Kontakte und organisatorische Abläufe einen hohen Stellenwert. So ist z. B. keine Berufsgruppe für die Steuerung des gesamten Behandlungsprozesses so prädestiniert wie die der Pflege. Neue Berufsfelder, wie z. B. das Fallmanagement, begleitet vom Wund – und Entlassungsmanagement zeichnen sich ab, und wollen ausgefüllt werden.

Pflegende haben Lust auf Leistung. Sie wollen ihre Kompetenzen entwickeln und einbringen. Und sie brauchen dafür die Unterstützung einer modernen Führung mit begleitenden Rahmenbedingungen wie z. B.
  • Die Akzeptanz von unterschiedlichen Kompetenzstufen innerhalb eines Teams
  • Fachkompetenz geht konform mit Entscheidungskompetenz
  • Unterschiedliche Kompetenzstufen ziehen unterschiedliche Vergütungen nach sich

Diplom Krankenschwester Karin Eveslage

Charité Universitätsmedizin Berlin
Pflegedirektion
Qualitätsmanagement

  21.10.2004