Ja! Zu Bewegung und Sport nach Transplantation
Knut Erben, München
Einführung
Seit nunmehr 25 Jahren setzt sich die Erkenntnis durch, dass Sport positiv wirkt im Allgemeinen und bei Transplantierten. Im Ausland (z.B. vereinigtes Königreich) ist die Förderung des Transplantiertensports deutlich ausgeprägter als in Deutschland. Dort treten z.B. Transplantierte zusammen mit Ärzten und Pflegekräften ihrer Einrichtung als Team bei nationalen Spielen auf. Ziel ist eine intensive Beförderung des Themas bereits vor Ort in den Transplantationszentren und Nachsorgeeinrichtungen. Die Mitarbeiter - Ärzte wie Pflegekräfte haben eine Schlüsselposition inne bei der Motivation der Transplantierten.
Der Weg
Am Beginn steht die Motivation. Viele Transplantierte waren lange Zeit nicht (mehr) sportlich aktiv z.B. wegen fehlender Unlust oder mangels Energie und müssen erst langsam wieder anfangen. Die anfänglich stärker ausgeprägte reduzierte Leistungsfähigkeit basiert im Wesentlichen auf einem Trainingsmangel. Individuelle Unterschiede im Leistungsvermögen sind vor allem bedingt durch den muskulären Zustand vor der Transplantation. Ein intensives Rehabilitationsprogramm kann die körperliche Belastbarkeit und Muskelkraft deutlich verbessern. Aus diesem Grund sollte jeder Transplantierte nach der Transplantation ein regelmäßiges Ausdauer- und Muskeltraining beginnen.
Wichtig ist das Spaß haben an der sportlichen Betätigung. Die Auswahl der Sportart (sollte zum individuellen Stand der Fitness passen) sollte Freude machen. Ohne Spaß und Freude ist das Durchhalten (und darauf kommt es auch an) sehr schwer. Weitere zu beantwortende Fragen zu einem Langzeiterfolg sind:
- Programmbewältigung im Freien oder Drinnen?
- Einbau des Sportprogramms in den Tagesablauf?
- Programm allein, mit anderen, unter Anleitung eines Trainers?
- Im Laufe der Zeit sind zunehmende Belastbarkeit und steigendes Selbstbewusstsein garantiert.
Risiken minimieren.
Nur beherrschbare Sportarten sollten betrieben werden. Auch sollten die Sportarten (grundsätzlich geeignet sind Ausdauersportarten) möglichst risikoarm sein wie z.B. Radfahren, Tennis, Tischtennis, Badminton. Vor allem ist vor Beginn von Aktivitäten die Absprache mit dem behandelnden Arzt unerlässlich. Ideal ist auch der Beginn der Aktivitäten unter fachlicher Anleitung und in einer Gruppe.
Bei befragten Sportlern stehen Spaß und die eigene Gesundheitsförderung im Vordergrund. Die Vorzüge des Sports sind medizinisch wichtige and angenehme Begleiter: verbesserte Koordination und Flexibilität, gesteigerte Muskelkraft und Ausdauer, positive Beeinflussung der Knochendichte und Förderung sozialer Kontakte.
Die Sportveranstaltungen für Transplantierten könnten den Eindruck erwecken, dass Sport treibende Transplantierte länger leben bei besserer Lebensqualität. Insbesondere die Weltspiele bieten eine einmalige olympische Atmosphäre. Über 1.000 Teilnehmer aus 50 Ländern. "Dabei sein und sein persönlich Bestes geben" ist das Motto auch der Deutschen Meisterschaften. Lebensfreude pur.
Fazit und Ausblick
Es ist wünschenswert, dass sich Transplantierte körperlich fit halten und aktiv sind. Transplantiertensport ist kein Tabu, sondern fester Bestandteil der Rehabilitation. Verstärkte Motivation der Betroffenen sowie mehr Forschung zum Transplantiertensport sind notwendig.
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