Integrierte Versorgung transplantierter Patienten!
Silke Klarmann; Mariusz Wiecanowski; Universitätsklinik Campus Kiel
Auf diese Frage gäbe es sicherlich diverse Antwortmöglichkeiten, sinnvoll und dringend notwendig wäre, wenn präoperativ mit einer gezielten Physiotherapie begonnen werden würde! Patienten, die vor einer Transplantation stehen, sollten ausreichend und ausführlich informiert werden, wie das Leben nach einer Transplantation aussehen kann.
Natürlich muss den Patienten klargemacht werden, dass die Physiotherapie direkt nach dem Eingriff begonnen wird, um ihren Allgemeinzustand zu erhalten oder zu verbessern. Dies gibt Patienten Sicherheit und läßt die Angst nach der Transplantation geringer werden. Für viele Patienten bedeutet die Transplantation häufig eine Gratwanderung, es kann durchaus eine Chance auf das Leben sein und andererseits die Gefahr mit der ständigen Angst der Organabstoßung und der Infektionsgefahr zu leben!
Die Physiotherapie ist in dem Fall eine psychische Hilfe für den Patienten, aber sie ist häufig mit großer Anstrengung verbunden. Patienten müssen frühzeitig nach dem operativen Eingriff aktiv werden und die Physiotherapeuten müssen die Patienten fordern ohne sie allerdings zu über - oder zu unterfordern! Das ist die Gabe der Physiotherapeuten, eine Basis zu dem Patienten zu finden, so das dieser das Vertrauen und die fachliche Kompetenz spürt und diese entsprechend umzusetzen lernt.
Obwohl die Patienten nach der Transplantation viele bedrohliche Probleme erwarten kann, muss ihm allerdings ebenso klargemacht werden, dass es natürlich zahlreiche Transplantationen gibt, die einen unkomplizierten Verlauf haben. Diesen Patienten steht ein völlig NEUES LEBEN bevor!
Leider gibt es immer wieder Patienten, bei denen es nicht so unkompliziert verläuft und diese verweilen längere Zeit auf der Intensivstation und naturgemäß lassen sich schlechte bzw. erschütternde Patientenverläufe nicht verleugnen.
Doch wir stellen immer wieder fest, Patienten die präoperativ physiotherapeutisch betreut wurden, sind wesentlich einsichtiger, verständnisvoller und der Verlauf ist deutlich erfolgreicher und einfacher, als bei denen, die wir erst postoperativ kennenlernen und wir erst klarstellen müssen, warum wir nun vor ihrem Bett stehen und mit ihnen arbeiten wollen.
Im Mittelpunkt der physiotherapeutischen Behandlung steht vordergründig der Mensch als Individuum. Wir versuchen ihm deutlich seine Defizite bewußt zu machen und helfen ihm seine bestmögliche Eigenständigkeit zurück zu erlangen.
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